Vereinssoftware oder CRM: welche Mitgliederverwaltung zu deinem Verein passt
Viele Vereine beginnen mit einer Excel-Liste. Wenn sie nicht mehr reicht, entscheidet zuerst die Art der Software über den Erfolg, das konkrete Produkt kommt danach. Diese Kriterien helfen bei der Wahl.
Was eine Vereinssoftware abdeckt
Eine Vereinssoftware ist um das Mitglied herum gebaut. Im Mittelpunkt stehen das Mitgliederverzeichnis, die Beitragssätze, der Einzug der Beiträge per Lastschrift und die Kommunikation mit den Mitgliedern. Viele Programme bringen eine einfache Vereinsbuchhaltung mit. Für einen Sport-, Kultur- oder Förderverein, dessen Arbeit vor allem aus Mitgliedern und Beiträgen besteht, ist das oft genau richtig.
Was ein CRM anders macht
CRM steht für Customer Relationship Management, im gemeinnützigen Bereich eher Beziehungsverwaltung. Ein CRM ist um Beziehungen herum gebaut, nicht um die Mitgliedschaft. Mitglieder, Spender, Förderer, Ehrenamtliche, Partner und Presse stehen in einem gemeinsamen Datenbestand, und zu jeder Person siehst du, was sie mit eurer Organisation verbindet: Beiträge, Spenden, Einsätze, Veranstaltungen und Gespräche. Daraus entstehen Zuwendungsbestätigungen, Spenderlisten für den Jahresbericht und Einladungen an genau die Menschen, die es angeht.
Fünf Fragen, die die Entscheidung tragen
- Wer steht in eurer Datenbank außer den Mitgliedern? Wenn es fast nur Mitglieder sind, spricht das für eine Vereinssoftware. Kommen Spender, Förderer und Ehrenamtliche ohne Mitgliedschaft dazu, spricht es für ein CRM.
- Welche Rolle spielen Spenden? Wer regelmäßig Zuwendungsbestätigungen ausstellt, braucht eine saubere Spendenhistorie je Person. Was in eine Bestätigung gehört, erklärt unser Ratgeber zur Zuwendungsbestätigung im Verein.
- Wer pflegt die Daten, und wie oft wechselt das? Im Ehrenamt wechseln Zuständigkeiten mit jeder Vorstandswahl. Die Software muss so einfach sein, dass die Nachfolge ohne lange Einarbeitung weitermachen kann, und Rechte müssen sich sauber übergeben lassen.
- Wo sollen die Daten liegen? Bei einem Abo-Angebot liegen sie auf der Plattform des Anbieters, der sie im Auftrag für euch verarbeitet. Bei einer eigenen Installation läuft die Software nur für eure Organisation, dafür muss sich jemand um den Betrieb kümmern. Fragt in beiden Fällen, in welchem Land die Server stehen.
- Was passiert, wenn ihr wechseln wollt? Ein vollständiger Export in einem offenen Format ist die Versicherung gegen Abhängigkeit. Fragt danach, bevor ihr die erste Liste importiert.
Kostenlos, Open Source oder Abo
Hinter dem Preis stecken drei Modelle. Eine kostenlose Einstiegsversion ist ein guter Test, hat aber Grenzen bei Mitgliederzahl oder Funktionen, die du vor dem Start kennen solltest. Ein Abo kostet monatlich, dafür kümmert sich der Anbieter um Betrieb und Updates. Quelloffene Software wie CiviCRM kostet keine Lizenzgebühr, der Betrieb aber schon: Server, Updates, Sicherung und jemand, der bei Fragen antwortet. Vergleicht deshalb neben dem Listenpreis immer, wer die Arbeit übernimmt, die euch keine Software abnimmt.
Datenschutz ist kein Zusatzmodul
Mitglieds- und Spenderdaten sind personenbezogene Daten. Verarbeitet ein externer Anbieter sie für euch, braucht ihr mit ihm einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Artikel 28 DSGVO. Unabhängig vom Programm gehören ein Rollen- und Rechtekonzept, Löschfristen und eine Datensicherung dazu. Prüft bei jeder Lösung, ob sie das abbildet, statt es später mit Zusatzlisten nachzubauen.
Wann wir von einem CRM abraten
Wenn euer Verein vor allem Mitglieder und Beiträge verwaltet, kaum Spenden erhält und keine Ehrenamtlichen außerhalb der Mitgliedschaft koordiniert, ist ein CRM mehr Werkzeug als nötig. Dann genügt eine gute Vereinssoftware, und wir sagen dir das auch so.
Wie wir helfen
Wenn ein CRM passt, setzen wir für deine Organisation eine eigene CiviCRM-Installation auf und übernehmen eure bisherigen Listen. Wie das abläuft und wie die Betreuung danach aussieht, steht auf der Seite CRM für Vereine und Stiftungen. Anerkannt gemeinnützige Organisationen bekommen auf unsere eigenen Dienstleistungen 30 Prozent, nicht auf Hardware und nicht auf Leistungen fremder Anbieter.
Häufige Fragen
Gibt es eine kostenlose Mitgliederverwaltung für Vereine?
Ja, als kostenlose Einstiegsversion vieler Anbieter und als quelloffene Software. Kostenlos ist dabei meist die Lizenz, nicht die Arbeit. Einrichtung, Updates, Datensicherung und die Frage, wer bei einer Störung hilft, bleiben. Prüf bei einer Gratisversion vor dem Start, ab welcher Mitgliederzahl oder bei welcher Funktion sie kostenpflichtig wird.
Dürfen wir unsere Mitglieder in Excel verwalten?
Die DSGVO schreibt kein bestimmtes Programm vor. Sie verlangt geeignete technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz der Daten (Artikel 32 DSGVO). Eine Tabelle, die per E-Mail kreist und auf privaten Rechnern liegt, erfüllt das schwer, weil sich weder Zugriffe beschränken noch Kopien zuverlässig löschen lassen. Ob eure Lösung im Einzelfall genügt, ist eine Rechtsfrage.
Was bedeutet Open Source bei Vereinssoftware?
Der Programmcode ist offen einsehbar und darf unter den Bedingungen der Lizenz genutzt und angepasst werden. CiviCRM zum Beispiel steht unter der GNU AGPL 3 und kostet keine Lizenzgebühr. Ihr hängt damit nicht an einem einzelnen Hersteller, braucht aber jemanden, der die Software betreibt und aktuell hält. Einrichtung, Betrieb und Betreuung kosten deshalb auch hier Geld.
Können wir später noch wechseln?
Das hängt davon ab, ob ihr eure Daten vollständig herausbekommt. Fragt vor der Entscheidung, in welchem Format der Export läuft und ob auch Spendenhistorie, Beitragsdaten und Notizen dabei sind, nicht nur Namen und Adressen. Ein Wechsel ist dann Arbeit, aber kein Neuanfang.
Unsicher, was zu euch passt?
Im Erstgespräch sehen wir uns eure Listen an und sagen ehrlich, ob Vereinssoftware oder CRM die bessere Wahl ist.